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Pepper - border crosser between Orient and Ocident

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Pepper - border crosser between Orient and Ocident

Pfeffer – Grenzgänger zwischen Orient und Okzident


Das scharfe Gewürz stammt ursprünglich aus Indien und hat eine große wirtschaftshistorische Bedeutung. Die großen geographischen Entdeckungen der Europäer in der frühen Neuzeit wurden von dem Wunsch nach Pfeffer wesentlich angetrieben.

Schon um 2000 v. Chr. nutzten die Inder das Gewürz für ihre Speisen. Alexander der Große brachte die wertvollen Körner mit nach Europa, wo sie sich schnell großer Beliebtheit erfreuten. Allerdings lag der Handel vorwiegend in der Hand von Arabern, die ein Monopol aufbauten. Sie bezogen das „schwarze Gold“ direkt von den indischen Produzenten und gaben es mit großem Gewinn an die europäischen Abnehmer weiter. Dadurch stieg der Preis des Pfeffers in schwindelnde Höhen. Zunächst wurde das kostbare Gut in Alexandria umgeschlagen. Als Weltmetropole der damaligen Zeit übernahm dann Rom die Verteilung in Europa. Nur die reichsten Familien konnten sich Pfeffer leisten, der auch als Konservierungsstoff wegen seiner keimtötenden Wirkung Einsatz fand. Als Heilmittel nutzen die Römer das Gewürz bei Verdauungsproblemen und zur Anregung des Kreislaufs.

Der aufwendige Transport und die Gewinnspannen der Händler führten dazu, dass Pfeffer zu einer Art Naturalien-Währung wurde: Rechnungen konnte damals auch mit Pfefferkörnern beglichen werden. Nach dem Untergang des römischen Reiches übernahmen die Handelsstädte Venedig und Genua den Pfeffer-Handel. Der Reichtum großer Dynastien in diesen Städten basiert auf dem Gewürzhandel. Clevere Kaufleute brachten im Mittelalter das körnige Gut nach Deutschland. In Augsburg und Nürnberg verkauften sie die Säcke mit hohem Gewinn. Die Fugger gründeten so ihren Reichtum und wurden später Banker. Daher der Name „Pfeffersäcke“ für reiche Leute.

 
 

Mit Beginn der Neuzeit wollten sich die Europäer von dem Gewürzmonopol unabhängig machen. Die Suche ging nach Übersee, wo man die Ursprungsländer des Pfeffers vermutete. Angespornt von den Berichten Marco Polos stach der Portugiese Vasco da Gama in See und brachte das kostbare Gewürz in großen Mengen nach Lissabon. Damit stieg Portugal für kurze Zeit zur Weltmacht auf. Dies weckte Begehrlichkeiten bei den Holländern, die ebenfalls den direkten Weg zu den Bezugsquellen im Osten suchten. So wurde Amsterdam zur reichen Metropole und Holland zu einer Handelsmacht. Die geschäftstüchtigen Engländer wollten nicht hintan stehen und begründeten in der Folge ihre Stellung als Welt-Seemacht ebenfalls über den Pfefferhandel. Die Araber und die norditalienischen Handelstädte verloren an Bedeutung.

Durch die massenhafte Einfuhr über die neuen Handelswege im Direkt-Import gingen die „gepfefferten“ Preise runter. Im neunzehnten Jahrhundert war Pfeffer nicht mehr das kostbare Gewürz für die oberen Zehntausend, sondern für jeden Bürger erschwinglich. Heute gilt Pfeffer als Standardprodukt. In Sachen Schärfe hat ihm die Chili-Schote den Rang abgelaufen.

 
 
 

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