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Eis und Pizzen sind nach wie vor die Renner an der Tankstelle

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Eis und Pizzen sind nach wie vor die Renner an der Tankstelle

Quelle: MCS

Interview mit Torsten Eichinger, Geschäftsführer MCS Marketing und Convenience-Shop System GmbH, Offenburg


Tiefkühlprodukte sind für Tankstellen-Shops ein wichtiges Marktsegment. Gleichwohl ist das Geschäft härter geworden seit die Supermärkte abends länger offen haben, erklärt MCS-Geschäftsführer Torsten Eichinger. Als Verbundgruppe von acht Lebensmittelgroßhändlern beliefert die MCS nach eigenen Angaben 15.000 Tankstellen, Bäckereien, Kioske und Lebensmittelhändler. Die Gruppe erlöste 2008 rund 500 Mio. Euro Umsatz mit Süßwaren, Getränken, Lebensmitteln, Telefonkarten und Tabakwaren. Die Systemzentrale in Offenburg koordiniert Marketing, Einkauf und Vertrieb.


Beim Preiskampf an der Zapfsäule verdienen die Tankstellenpächter immer weniger. Wie entwickelt sich das Shop-Geschäft? Welche Warengruppen legen zu?


Unsere Kunden haben nach wie vor teilweise mit der Kaufzurückhaltung der Konsumenten zu kämpfen. Insbesondere in den Bundesländern, die mittlerweile deutlich ausgeweitete Ladenschlusszeiten haben, schlägt sich das auch in den Shop-Umsätzen nieder. Zusätzlich beeinflusst das abendliche Alkoholverkaufsverbot in Baden-Württemberg die Umsätze der Tankstellenbetreiber. Die wenigen heißen Wochen im Juli haben dem Eis- und Getränkeumsatz gut getan. Inwieweit sich das auf die Gesamtumsätze 2010 positiv auswirken kann, bleibt noch abzuwarten, da der Sommer nach dem kurzen intensiven Intermezzo schon fast wieder vorbei ist.


Welche TK-Produkte sind ein Muss, welche sollten ins Sortiment?

Es gibt im TK-Sortiment der Tankstellenshops vor allem zwei Schwergewichte: Eis und Pizzen. Bei Eis haben wir nochmals eine Differenzierung in die Haushaltspackungen und den Renner Impulseis. Neben dem Eis spielt im wesentlichen die Pizza noch eine große Rolle im TK-Segment. Trotz Bistro hat sie immer noch einen gewichtigen Umsatzanteil und wird insbesondere als Not- oder Vergesslichkeitskauf von den Kunden geschätzt.

 
 
Quelle: MCS



Die Hersteller bieten zusätzliche Werbemittel: Displays, Wobbler, Sondertruhen. Der Platz in den Shops ist knapp. Was können die Pächter tun?

Jeder Hersteller liefert die Werbemittel für „sein“ Produkt. Als Resultat ergibt sich häufig ein „Flickenteppich“ unterschiedlichster Werbemittel, die insbesondere von den Mineralölgesellschaften nicht immer gerne gesehen werden und zumeist auch nicht mehr ideal vom Kunden wahrgenommen werden. Wir haben uns daher entschieden, unseren Kunden ein Komplettpaket aus Werbemitteln mit Plakaten, Wobblern und Infotoppern für die Werbung auf den Zapfsäulen anzubieten. Diese Werbemittel sind aufeinander abgestimmt und können als Basis für die Angebotspolitik des Shop-Betreibers dienen. Alle diese Webemittel bieten wir den Mitgliedern unseres Kundenclubs im Rahmen unserer „Intitiative POSitiv“ an: sie werden von ihnen gerne eingesetzt. Zusätzlich bieten wir unseren Kunden mit unserem Eis-Konzept „Ice Dreams“
alle Renner in einer Truhe. Die „Ice Dreams“-Truhe enthält herstellerübergreifend die wichtigsten Impulseis-Varianten.


Setzen die Shops bei der TK-Präsentation eher auf Schränke oder offene oder geschlossene Truhen? Warum?

Das hängt davon ab: Pizzen oder Eis-Großpackungen sollten idealerweise im TK-Schrank platziert werden, da sie hier am besten zur Geltung kommen. Impulseis wird traditionell an der „Rennstrecke“ zur Kasse platziert, um bei den Kunden den Impulskauf auszulösen.


Spielen Umwelt-Aspekte bei der Wahl der Kühlmöbel eine Rolle? Oder geht es vornehmlich um Senkung der Betriebskosten?

Derzeit stehen die Betriebskosten im Fokus. Allerdings ist zunehmend auch ein „grüneres“ Bewusstsein bei der Truhenwahl zu spüren.


Sehen Sie eine Chance für Digital Signage, also Werbung auf großen Bildschirmen oder kleinen Displays?

Die Aufenthaltsdauer in Tankstellen-Shops ist in der Regel kurz. Spots und Informationen müssten daher unmittelbar angepasst sein. Andererseits sind Tankstellen seit jeher neuen Themen gegenüber aufgeschlossen, so dass ich mir auch das bei einem angepassten Content flächendeckend gut vorstellen kann.

 
 
Quelle: MCS

Wie wird sich Ihr TK-Sortiment in der Tankstelle in den nächsten Jahren entwickeln?

Das hängt maßgeblich auch von den Innovationen unserer Lieferanten ab. Gerade Tankstellenkunden sind für Innovationen aufgeschlossen und bieten hierdurch gute Absatz-Chancen. Unsere „Trendscouts“ aus dem Einkauf sind daher immer auf der Suche nach neuen Produkten. Durch die veränderten Ladenschlusszeiten haben unsere Kunden teilweise Umsätze eingebüßt. Insbesondere die Pizzen werden im Vergleich zu früher weniger nachgefragt, da die Shop-Kunden länger die Möglichkeit haben, ihren Vergesslichkeitsbedarf im Super- oder Verbrauchermarkt zu decken.


Interview: René Schellbach
InterCool.de