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Neues von der Ampel

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Neues von der Ampel


Quelle: Foodwatch

Am 16.06.2010 sind die Würfel gefallen: Das EU-Parlament hat die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln im Handel abgelehnt. Verbraucherministerin Ilse Aigner will sich diesen Vorgaben aus Brüssel nicht widersetzen. Seit einigen Jahren streiten Politik, Wirtschaft und Verbraucherschützer um eine einheitliche Markierung von Nährstoffen auf den Verpackungen. Zur Wahl stehen zwei Modelle: Die „Ampel“, bei der hohe Anteile von ungesunden Bestandteilen (z.B. Zucker, Fett) mit rot und gelb gekennzeichnet werden. Grün heißt „unbedenklich“. Dagegen steht seit 2006 die Umsetzung der Kennzeichnungspflicht bei Produkten des großen Lebensmittelkonzerne mit den Guidelines Daily Amount (GDA), deren absolute und prozentuale Angaben zu Protein, Kohlenhydraten und Fetten für Aufklärung sorgen. Ursprünglich enthielt dieses Modell individuelle Portionsangaben als Basis für die Berechnung. Jetzt arbeiten die Produzenten an einem einheitlichen Standard, damit Vergleichbarkeit gewährleistet ist. Der neue GDA-Nährwertkompass wird aller Voraussicht nach sowohl Portionen als auch 100Gramm-Angaben beinhalten.

Bereits seit 2006 wählen die Briten in manchen Handelsketten nach der Ampel ihre Lebensmittel aus. Kritiker aus Wissenschaft und Industrie werfen dieser Form der Kennzeichnung nachteilige Vereinfachung vor: Speiseöl und Schokolade müssten danach im Regal bleiben. Diskriminierung mancher Produktgruppen könnte die Folge sein. Umfragen und Verbraucherstudien sprechen von einer hohen Akzeptanz bei den Käufern, da eine schnelle Orientierung möglich ist. Für das GDA-Modell spricht hingegen die genaue Analyse der Nährstoffe auf Basis von täglichen Verbrauchsmengen. Der Konsument sollte hierbei mit Zahlen umgehen können.

Auf politischer Ebene ist also der Weg frei für die Variante der Industrie. In der Überarbeitung dieses Markierungsmodells liegt auch die Chance für eine allseits akzeptable Lösung. Nicht jede vorgegebene Portion passt für jeden Verbraucher, diese dient lediglich als Orientierung. Mit der Initiative „Ausgezeichnet informiert“ zur Vereinheitlichung der Angaben machen die großen Lebensmittelproduzenten einen Vorstoß in Richtung auf Verbraucherfreundlichkeit und Dialog mit Interessengruppen. Entscheidend bleibt auch hier die Gesundheit der Konsumenten, die sich mit wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten verbinden lässt.

Ralph Bloemer, InterMeat.de