Interview: "Im Discount erreicht das Feinkostsegment breitere Schichten"
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Interview: "Im Discount erreicht das Feinkostsegment breitere Schichten"
Quelle: Verbändebüro Bonn
Interview mit Dirk Radermacher, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Hersteller kulinarischer Lebensmittel und des Fachverbandes der Gewürzindustrie, Bonn
Krise oder „Jetzt erst recht“: Wie hat sich der Feinkosthandel in Deutschland aus Ihrer Sicht im Laufe der Zeit entwickelt?
Der Feinkostmarkt wächst seit vielen Jahren erfreulich kontinuierlich, er hat sich bislang als krisenresistent erwiesen.
Die Discounter bieten immer mehr Feinkost als Aktionsware an. Profitieren davon die mittelständischen Hersteller in Deutschland?
Ja. Es sind mittelständische Hersteller, die dieses Segment für den Discount herstellen.
Discounter und Feinkost – ist das gut oder schlecht fürs Image der Feinkost?
Mit dem Feinkostangebot im Discount erreicht das Feinkostsegment breitere Schichten in der Bevölkerung – und dass auch einkommensstarke Verbraucher beim Discounter einkaufen, ist ein seit langer Zeit bekanntes Phänomen.
Sie stehen einer Verbändegemeinschaft vor. Ist das ein Anzeichen für einen Konzentrationsprozess in der Branche?
Die Branche durchläuft seit vielen Jahren einen Konzentrationsprozess, der sich aller Voraussicht nach auch in Zukunft fortsetzen wird.
Der Außerhaus-Verzehr nimmt zu. Wie entwickelt sich das Marktsegment?
Je konvenienter die Produkte sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit ihres Markterfolges. „Walking food“ ist nicht nur Stichwort für Eis und Süßwaren, auch zum Beispiel Kartoffelsalate mit Frikadelle in einer Kunststoffschale mit Gabel fallen hierunter.
Der Convenience-Markt wächst. Wie reagieren die Feinkosthersteller?
Etwa im Antipasti-Bereich unterstützen die Anbieter den Großverbrauchermarkt mit neuen Angeboten. Hierzu zählen beispielsweise portionierte und dekorierte Feinkostprodukte, die lediglich ausgepackt und – erhitzt oder gekühlt – unmittelbar verzehrt werden können.
Senf, Essig, Gewürze – die Auswahl ist riesengroß. Wie gut ist die Beratung im Handel?
Beratung im Handel findet – von Ausnahmen abgesehen – nicht statt. Die Produkte müssen „für sich selbst sprechen“. Die Kommunikation erfolgt direkt über die Verpackung. Das Produkt muss selbsterklärend sein. Bei Feinkost, Senf und Essig helfen transparente Verpackungen ebenso wie die appetitliche Darstellung des Lebensmittels auf der Verpackung oder seine Dekoration in der Verpackung. Bei lichtempfindlichen Produkten wie Gewürzen ist die oft lange Aufbewahrungszeit beim Verbraucher zu berücksichtigen: Die Grundausstattung im Streuer sollte lichtgeschützt sein, die Nachfüllbeutel können gern transparent sein.
Und zum Schluss: Was ist Ihr persönliches Lieblingsgericht?
Ich habe nicht nur ein Lieblingsgericht. Knuspriges Brot, Antipasti, Käse und Wein auf der Terrasse können ein perfektes Abendessen sein, ein Eintopf zu Mittag ebenfalls und ein Brötchen mit einem Eiersalat zum Frühstück auch.
Interview: René Schellbach, InterCool.de
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